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Ruhestörung durch Partys – wie viel Rücksicht muss ich nehmen?

Geburtstagsmuffins

Bei Geburtstagspartys muss Rücksicht auf die Nachbarn genommen werden (Foto: © Africa Studio / Dollar Photo Club)

Bei der Organisation einer Geburtstagsparty müssen viele Dinge beachtet werden. Wer eine Feier plant, muss sich um das Essen, die Location, die Gästeliste und vieles mehr kümmern. Gerade bei der Frage nach der Location ist eines besonders wichtig: Die gesetzlichen Regeln zur nächtlichen Ruhe einzuhalten. Denn nicht selten kommt es gerade in dichter besiedelten Gegenden zu Zwischenfällen mit Polizeieinsätzen, wenn sich Bewohner der umliegenden Wohnungen in ihrer Ruhe gestört fühlen. Findet die Geburtstagsparty also nicht gerade in einem einsamen Häuschen auf dem Land statt, müssen die Organisatoren und später auch die Gäste darauf achten, dass niemand in seiner Nachtruhe beeinträchtigt ist. Wie man Nachbarn milde stimmen kann und wie man sich am besten verhält, wenn die Polizei doch einmal vor der Tür steht, lesen Sie in unserem Geburtstags-Magazin.

Geburtstagsparty in der eigenen Wohnung: Was darf man und was nicht?

Wer im eigenen Zuhause eine private Party feiert, kümmert sich natürlich zunächst um Musik, Getränke und Programm. Doch der Gastgeber darf die geltenden Bestimmungen hinsichtlich der Nachtruhe nicht vergessen. Eine einheitliche bundesweite Regelung fehlt hier jedoch – die Bundesländer bestimmen selbst, welche Ruhezeiten gelten. Grundsätzlich beginnt sie in Deutschland um 22:00 Uhr und endet je nach Bundesland um 6:00 Uhr wie etwa in Berlin, 7:00 Uhr wie in München oder teils auch um 8:00 Uhr. Zwar gibt es sehr tolerante Nachbarn, die bei gelegentlichen Partys ein Auge zudrücken oder möglicherweise sogar außer Haus übernachten. Muss jedoch ein Nachbar am nächsten Tag beispielsweise aus beruflichen Gründen früh aufstehen oder möchte sich einfach aus Gewohnheit früh schlafen legen, dann kann er sich selbstverständlich auf die gesetzlichen Vorgaben berufen – und ist damit immer im Recht. Wer also in der eigenen Wohnung die Gläser klirren lassen möchte, muss Rücksicht nehmen und damit rechnen, dass die Party ab einem bestimmten Zeitpunkt ruhiger wird oder möglicherweise sogar beendet ist.

Was tun, wenn die Polizei vor der Tür steht?

Klingelt es an der Wohnungstür und es stehen uniformierte Beamte vor der Tür, ist es hilfreich, als Gastgeber einigermaßen nüchtern zu sein. Ein Nachbar hat eine Ruhestörung durch die Party gemeldet, und dies sollte man zunächst ernst nehmen. Hat es geklingelt, ist zunächst die Musik leiser zu drehen. Mit den Polizisten sollte man als Gastgeber höflich sprechen. Das bedeutet, keine Diskussionen, keine Beschimpfungen und keine Erklärungen. Viele Geburtstagskinder finden es lustig, die Beamten zur Party einzuladen, aber diese Aufforderung ist nicht angebracht. Beim ersten Besuch sind die Polizisten in den allermeisten Fällen noch verhältnismäßig nett. Müssen sie allerdings mehrmals ausrücken, weil sich der Lärm nicht legt, kann die Stimmung der Beamten mitunter auch umschlagen. Dann wird auch kein Auge mehr zugedrückt – ob Geburtstagskind oder nicht.

Nachbarin mit Besen

Nachbarn reagieren oftmals allergisch auf Lärm von Geburtstagspartys (Foto: © gradt – Fotolia.de)

Darf die Polizei in die Wohnung kommen?

In der Regel hält sich die Polizei vor der Haustür auf und sucht zunächst das Gespräch mit dem Gastgeber. Nur wegen einer Ruhestörung dürfen sie die Wohnung nicht betreten. Wenn der Gastgeber sich im Gespräch mit den Polizisten wiederholt uneinsichtig gibt, eventuell sogar beleidigende Ausdrücke verwendet oder übermäßig alkoholisiert ist, dann haben die Beamten nach mehreren Besuchen im Haus letztendlich das Recht, die Party aufzulösen und die Musikanlage zu beschlagnahmen. Eskalierend kann es auch wirken, wenn sich andere Partygäste in das Gespräch mit der Polizei einmischen. Zudem haben Polizisten das Recht, die Wohnung auch ohne richterlichen Beschluss zu betreten, wenn sie den Verdacht auf eine Straftat hegen. Dies kann etwa Drogenbesitz sein oder auch die Vermutung, dass sich unerlaubterweise Minderjährige in der Wohnung befinden, die Alkohol konsumieren. Damit keine Beweismittel beseitigt werden können, dürfen die Beamten die Wohnung sofort durchsuchen.

Nach 22:00 Uhr Lärmpegel senken

Grundsätzlich gilt: Um eine Ruhestörung durch Partys und damit Ärger mit den Nachbarn oder der Polizei zu vermeiden, muss ab Beginn der Ruhezeiten, um spätestens 22:00, die Musik auf Zimmerlautstärke heruntergeregelt werden. Zwar sorgen laute Bässe und grölende Gesänge für eine Menge Stimmung auf der Party, doch hindern sie sämtliche Nachbarn an der ihnen zustehenden Nachtruhe. Zimmerlautstärke bedeutet dabei nicht, dass kein einziges Geräusch aus den eigenen vier Wänden nach außen dringen darf. Dies ist in hellhörigen Häusern oftmals nicht zu vermeiden. Doch Nachbarn müssen nicht akzeptieren, dass intensiver Partylärm zu ihnen durchdringt. Die gesetzlichen Regelungen sind nicht zu umgehen, indem das Geburtstagskind seine Party auf einem Zettel im Hausflur ankündigt. Solche Benachrichtigungen sind zwar weit verbreitet, sie appellieren jedoch lediglich an die Toleranz der anderen Bewohner und kündigen die Geburtstagsfeier an. Diese können sich ungeachtet dessen bei der Polizei beschweren, wenn es sehr laut wird. Ein solcher Aushang ist dennoch immer sinnvoll, weil sich alle auf die bevorstehende Feierlichkeit einstellen können. Wo die Toleranzgrenze der Nachbarn liegt, hängt unter anderem auch davon ab, wie häufig es zu Ruhestörungen durch Partys im Haus kommt. Bei einer Geburtstagsfeier im Jahr drücken viele gern ein Auge zu.

Vorbeugung und Deeskalation

Die nächtliche Ruhestörung durch Partylärm stellt rechtlich gesehen einen Verstoß gegen die lokalen Immissionsschutzbestimmungen dar – damit begeht der Gastgeber der Geburtstagsparty eine Ordnungswidrigkeit. Ein Verstoß gegen die Immissionsschutzbestimmungen bringt dem Gastgeber ein Bußgeld ein. Meist handelt es sich dabei um eine dreistellige Summe, in Einzelfällen werden auch Tausenderbeträge verhängt. Um Ärger auf der eigenen Geburtstagsparty zu verhindern, helfen folgende Vorbeugungs-Tipps für Geburtstagskinder weiter:

  • Mit den Nachbarn gut stellen
  • Aushang im Treppenhaus platzieren
  • Beschwerden der Nachbarn nach 22:00 Uhr akzeptieren und leiser werden
  • Ruhig mit der Polizei sprechen, nicht diskutieren
  • Nachbarn von vornherein zur Party einladen

Eine Geburtstagsparty muss nicht immer Probleme mit den Nachbarn bringen – sie kann auch das Eis brechen, etwa dann, wenn das Geburtstagskind neu in das Haus gezogen ist. Dann empfiehlt es sich, die Nachbarn gleich einzuladen und sich gegenseitig kennenzulernen. Vor allem bei einem Haus mit vorwiegend jüngeren Bewohnern kann dies eine gute Option sein. Die neuen Nachbarn können bei dieser Gelegenheit gleich über die Gepflogenheiten und die Nachbarschaftssituation im Haus informieren.

Auf Nummer sicher: Feiern im Club

Wer sich beim Feiern absolut nicht einschränken möchte und nicht über eine außergewöhnlich tolerante Nachbarschaft verfügt, sollte seine Geburtstagsparty auslagern. In einem Restaurant-Hinterzimmer oder in einem Club können alle Gäste bis in die frühen Morgenstunden Musik hören, singen und tanzen, ohne dass etwas passiert.

Beispieltext für einen Aushang im Treppenhaus:

Aushang im Treppenhaus