Party-Playlist – die Lebensader einer jeden Festivität

Was wäre eine waschechte Party, an die man sich noch in Äonen erinnert, ohne die passende Musikkulisse? Seitdem die Menschheit die Wunder der Töne für sich entdeckt hat, kann man sich eine Fete ohne die passende Party-Playlist kaum vorstellen. Wo in vergangenen Tagen Live-Musik den Gehörgang der Feiernden betört hat, sind heute die elektronischen Klänge aus den Metallboxen der Moderne zu vernehmen. In jedem Fall ist jedoch klar: Die Musik gehört zur Party wie die Party zur Musik und die Augenklappe zum Piraten. Eine Party ohne ein Mindestmaß an wohltuender Tonkunst erinnert schnell an das Flair einer Trauerfeier. Doch wie wird die perfekte Party-Playlist erstellt? Können wirklich nur professionelle DJs die Stimmung so richtig in Schwung bringen? Oder ist diese große Kunst letztendlich überall in der Party-Republik Deutschland verteilt und in jedem von uns schlummert das Talent zum Budenzauber?

Kopfhörer

Stellen Sie die Party-Playlist für Ihren Geburtstag entweder nach Ihrem Geschmack zusammen oder zum Motto Ihrer Party passend. (Foto: © karandaev / Dollar Photo Club)

Welche Party-Playlist passt zu den beliebtesten Party-Themes?

Die Liste der Themen, die sich für Feieranlässe anbieten, ist schier unendlich. Dabei sind der Fantasie absolut keine Grenze gesetzt, weshalb sowohl schräg und verrückt als auch konservativ und ruhig der totale Erfolg werden können. Es gibt jedoch einige Anlässe, die stete Renner sind und auf vielen Partys sehr gut ankommen:

Die Bad-Taste-Geburtstagsfeier

Hier wird den Gästen nicht nur ein optisches Massaker an unpassenden Outfits und schrägen Frisuren geboten. Wer dem Motto „Schlechter Geschmack“ treu bleiben will, darf sich auch musikalisch nicht vor dem Schrecklichsten drücken. Dabei sollten All-Time-Killer auf keinen Fall fehlen, beispielsweise „Boten Anna“ von Basshunter oder „Ein Bett im Kornfeld“ von Entertainer Stefan Raab. Ein genereller Tipp: Hört es sich schrecklich an und kommt das Gefühl auf, den Titel kein zweites Mal hören zu wollen, dann ist er ein Bad-Taste-Hit und gehört definitiv auf die Party-Playlist.

Die wilde 90er-Geburtstagsfeier

Als wohl berühmteste Theme-Party gilt die 90er-Party. Erwachsene, die sich an ihre damals frische Adoleszenz entsinnen, oder Teenager, die sich im Glamour vergangener Zeiten baden – die 90er haben eine vielfältige und treue Fangruppe. Auch in den Clubs und Diskotheken sind solche Themenabende gern gesehene Kassenschlager. Dabei laufen musikalische Werke vom deutschsprachigen Teenie-Star Blümchen, zu denen wortwörtlich „Herz an Herz“ getanzt werden kann. Aber auch internationale Klassiker dürfen nicht fehlen und so werden selbst in den dunklen Ecken der Discos die Sonnenbrillen herausgeholt, wenn es heißt: „I Wear My Sunglasses At Night“.

Der lustige Geschlechtertausch

Relativ modern und Zeichen einer aufgeklärten Gesellschaft ist der allseits beliebte Geschlechtertausch. Hier kleiden sich die Gäste ganz verwegen und mutig so, wie sie sich als gegenteiliges Geschlecht kleiden würden. Aus Frau wird Mann und aus Mann wird Frau, so ist der Grundstein für einen ausgelassenen Geburtstag gelegt. Doch welche Musik passt zum Gender-Swap? Hier ist ein bunter Mix die richtige Wahl, da es weder auf eine bestimmte Zeitperiode ankommt, noch die Schlechtheit der Musik im Vordergrund stehen soll. Die Feiernden können selbst entscheiden, welche Musik sie aus den Boxen hören wollen. Für lustige Unterhaltung können auf jeden Fall zweideutige Songs wie „I Kissed A Girl“ von Katy Perry sorgen.
Doch ist es einfacher die Hits selbst herauszusuchen oder ist ein professionelle DJ die Alternative?

Die Playlist vom DJ – professionell aufgelegt vom Berufsmusiker

Am einfachsten und unkompliziertesten ist die Buchung eines DJs. Hier ist ein Fachmann am Werk und das macht sich meist bezahlt. Zum einen entfällt der Stress, die richtigen Lieder zu finden, zum anderen ist die stundenlange Aufbereitung der gefundenen Tracks nicht mehr nötig. Während eines Vorgesprächs kann bei dem DJ auch direkt geklärt werden, wie lange die Feier gehen soll, welches Thema den Abend dominiert und wie viel der Abend kosten wird.
Hier ist auch schon der einzige Stolperstein: Der DJ will für seinen Arbeitsaufwand natürlich bezahlt werden, und das aufgrund neuer GEMA-Gebühr für Diskjockeys meist auch nicht zu knapp. Zudem kommen auf den Veranstalter die Gebühren für das Abspielen der Tonträger im öffentlichen Raum zu – GEMA sei Dank.
Doch wer sich davon nicht abschrecken lässt und für eine unvergessliche Geburtstagsfeier auch etwas tiefer in die Tasche greift, wird sich nicht nur über saubere Übergänge zwischen den Songs freuen, sondern kann auch mit einer ansprechenden Lichtshow und lustiger Moderation rechnen.
Der DJ liefert also ein Komplettpaket. Zwar nicht kostenlos, aber dafür mit Erfahrung und Know-how im Entertainment-Bereich.

Mischpult eines DJ

Musik vom Profi zieht die Partygäste auf die Tanzfläche und sorgt für ausgelassene Stimmung. (Foto: © Lukas Gojda / Dollar Photo Club)

Selbst ist der Veranstalter – Musik zum Selbermachen

Musik gratis über das Internet zu hören, gehört heute zu den selbstverständlichsten Dingen. Man kann kaum aus dem Haus zur Arbeit gehen, ohne jemandem mit Kopfhörern über den Weg zu laufen. Musik anhören wird dem Endnutzer in den Zeiten der digitalen Revolution deutlich einfacher gemacht als noch vor einigen Jahren. Da bleibt nur noch die Frage offen: Lässt sich das, was für den Einzelnen funktioniert, auch auf eine ganze Party übertragen? Die Antwort lautet ganz klar: Ja, es geht. Eine facettenreiche Palette von Applikationen (kurz: Apps) und Webseiten bietet Möglichkeiten zum Streamen von Musik. Das Einzige, was der selbsternannte DJ braucht, sind ein funktionsfähiger Laptop und eine beständige Internetverbindung. Für den großen Effekt und die allgemeine Erheiterung lässt sich auch ein Beamer in die Szenerie einbauen. Jetzt muss nur noch die Wahl getroffen werden, ob eine vorher akribisch zusammengestellte Party-Playlist abgespielt wird oder ob die Party-Songs spontan ausgesucht werden. Die Gefahr der allseits gefürchteten Musiklücke zwischen den Tracks vergrößert sich zwar durch zu spontanes Aussuchen. Um die Partygäste jedoch in die Songauswahl einzubeziehen und damit den Geschmack von allen Gästen peu à peu treffen zu können, ist diese Variante unschlagbar. Jeder hört mal das, wonach ihm der Sinn steht, und am Ende des Abends sind alle zufrieden und glücklich.

Gruppe von Menschen tanzt

Mit der richtigen Playlist hält selbst Tanzmuffel nichts mehr auf ihren Stühlen. (Foto: © Syda Productions / Dollar Photo Club)

Die perfekte Party-Playlist zur Volljährigkeit

Zum 18. Geburtstag gehört selbstverständlich auch die perfekte Partymusik. Der Tag, der – zumindest gesetzlich – den Keil zwischen Kind und Erwachsenen treibt, ist bekannt dafür, ordentlich gefeiert zu werden. Ohne die richtige Musik wird aus dem Sprung in die große weite Welt jedoch
eher ein Plumpsen in den grauen Alltag, der sich Realität schimpft. Um das zu vermeiden, ist hier eine kleine Hilfestellung, wie der Abend in Schwung gebracht werden kann: Als Einstieg kommt ein Klassiker wie „I Gotta Feeling“ von den Black Eyed Peas immer gut an. So wird der Abend richtig eingeläutet und die Partymeute freut sich auf die im Lied versprochene „Good Night“. Sobald ein guter Einstieg geschafft ist, besteht die Qual der Wahl. Konsequente Tanz-Hits sind „Moves Like Jagger“ von Maroon 5 oder der Sommer-Superhit „Happy“ von Pharell Williams. Hier werden die meisten Gäste textsicher sein und sich von der Euphorie der Musik mitreißen lassen. Auch Mando Diao können mit „Dance With Somebody“ erfolgreich das Zucken in den Beinen hervorrufen. Für die Party-Höhepunkte empfehlen sich „Eye Of The Tiger“ von Survivor, MC Hammers „U Can’t Touch This“ oder „Stayin’ Alive“ von den Bee Gees. Bei diesen Hits wird die Tanzfläche proppenvoll und die Gesichter glückselig.

Kreation eines All-Time-Klassikers: Aufbau einer 90er-Party-Playlist

Die Superlative der Party-Playlist-Erstellung ist die berühmte 90er-Hitlist. Hier reihen sich die besten Songs von 1990 bis zu den Anfängen der 2000er aneinander, um ein unvergessliches Tanzvergnügen zu schaffen und den Abend in die persönliche Geschichte eines jeden Party-Teilnehmers fließen zu lassen. So könnte eine 90er-Party-Playlist aussehen:

  • Bomfunk MC’s: Freestyler (Radio Edit)
  • Kris Kross: Jump (Album Version)
  • MC Hammer: U Can’t Touch This
  • Los Del Rio: Macarena
  • Lou Bega: Mambo No. 5 (A Little Bit of…)
  • Vanilla Ice: Ice Ice Baby
  • Blümchen: Herz an Herz
  • Matthias Reim: Verdammt, ich lieb’ Dich
  • Whitney Houston: I Will Always Love You
  • Toni Braxton: Un-Break My Heart
  • Sabrina Setlur: Du liebst mich nicht (1822 Radio Edit unzensiert)
  • Die Fantastischen Vier: Die Da!?!
  • The Underdog Project: Summer Jam
  • Darude: Sandstorm
  • Britney Spears: …Baby One More Time
  • Scooter: HyperHyper
  • Rick Astley: Never Gonna Give You Up

Grundsätzlich muss bei einer 90er-Party auch keine bestimmte Reihenfolge von Liedern eingehalten werden. Das bedeutet: Auf einen sanften Einstieg, Schmuse- und Kuschellieder oder anderen Firlefanz kann verzichtet werden. Und auch kleinere Schwenker in die benachbarten Dekaden fallen kaum auf, sorgen aber für ein gleichmäßiges Songkonzept. Die bunten Songs von vor 20 Jahren sind ein wahres Sammelsurium, bestehend aus den besten Inhalten, den fetzigsten Beats und der romantischsten Stimmung – die Meisterwerke ihrer Zeit, wiederbelebt in der ultimativen 90er-Playlist.