Geburtstagsfeier im alten Griechenland

geburtstagsfeier-titelbildViele kennen die Situation: Im nächsten Monat steht der eigene Geburtstag an und es gibt einfach noch keine gute Idee, wie die Geburtstagsfeier ablaufen soll. Für einen Gastgeber sind vor dem eigenen Geburtstagsfest viele Fragen zu klären, die beispielsweise das Motto, einzuladende Gäste, Bewirtung und kreative Darbietungen betreffen. Dabei ist die Überlegung, wie die eigene Geburtstagsfeier ablaufen soll, alles andere als ein neuzeitliches Problem. Schon die alten Griechen wussten ihren Geburtstag zu feiern. Wer wirklich keine Ideen für ein Geburtstagsgeschenk oder die eigene Feier hat, kann sich durch die Bräuche der alten Griechen inspirieren lassen.

So entwickelte sich die Geburtstagfeier im alten Griechenland

Die Geburtstagsfeier, wie wir sie kennen, hat es im alten Griechenland anfangs noch nicht gegeben. Zunächst war der Geburtstag lediglich ein religiöses Fest und galt der Götterverehrung. Neben der Geburt von olympischen Gottheiten wie Zeus oder Athene, wurden ebenso Helden und andere bedeutende Persönlichkeiten der griechischen Gesellschaft geehrt. Insbesondere die Göttergeburtstage waren ein wichtiges Element des altgriechischen Alltagslebens. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Geburtstagsfest zu einem persönlichen Fest, was sich gar nicht mal so sehr von unserem heutigen Verständnis einer Geburtstagsfeier unterscheidet. Es gab Geschenke, Musik, Tanz und einen Festschmaus. Aus den sich in der Antike langsam entwickelnden Bräuchen zum Geburtstag können wir einiges mitnehmen und Ideen für eine eigene und besondere Geburtstagsfeier ableiten.

Am Geburtstag auch an andere denken

geburtstagsfeier-kuchenAls zuerst rein religiöses Fest standen früher vor allem Opfer und Gebet im Mittelpunkt der Geburtstagsfeier. Insbesondere Opferkuchen sollen zur Ehrerbietung einer Gottheit bei den alten Griechen beliebt gewesen sein. Antipatros schreibt beispielsweise, wie sehr sich doch der Gott Zeus über seine Opferkuchen freute. Apropos Opfergaben: Hier können wir von den alten Griechen lernen und an unserem Ehrentag auch mal an Andere denken. So kann ein Gastgeber im Zuge einer Geburtstagsparty etwas für eine gemeinnützige Organisation spenden und die Gäste darauf hinweisen. Bei größeren Veranstaltungen kann ein Gastgeber natürlich auch einen kleinen Spendenstand für das örtliche Kinderhilfswerk aufstellen. Der gemeinnützige Wille des Gastgebers wird von Geburtstagsgästen in der Regel sehr positiv aufgenommen.

Unter einem Gott geboren sein – wie geht das denn?

Besonders die Geburtstage der Götter wurden im alten Griechenland gefeiert. An solchen Tagen feierte die gesamte Bürgerschaft gemeinsam. Diejenigen, die an dem Geburtstag des Gottes selbst geboren worden sind, standen unter dessen besonderem Einfluss. Früher war es allgemeiner Glaube, dass das Schicksal einer Person dann eng mit der Gottheit verwebt war und sie entsprechend zu einer besonderen Verehrung der Gottheit angewiesen ist. Aus dieser Verehrung entwickelte sich die erste Art der persönlichen Feier: So wurde die eigene Geburt an Tagen des Göttergeburtstages auch in persönlicher Ehrerbietung mitgefeiert. Geburtstagsfeiern waren im Übrigen an der Tagesordnung: Etwa ein Drittel eines Monats oder mindestens eine zehntätige Woche im Jahr waren einem bestimmten Gott gewidmet. So blieb eigentlich kaum ein Tag, der nicht eine entsprechende Veranlassung zum Feiern bot. Wie wäre es aus heutiger Sich einmal mit einem besonderen Geburtstagsmotto? Finden Sie heraus, welche berühmte Persönlichkeit an Ihrem Geburtstag geboren wurde und entwickeln Sie ein entsprechendes Motto für Ihre Geburtstagsfeier.

Glückwünsche und Einladungen mit persönlicher Note

Auch persönliche Glückwünsche waren früher üblich. So haben Verwandte und Freunde ihre Teilnahme am Geburtstag zumeist herzlich bekundet und das Geburtstagskind am Ehrentag seines Gottes begleitet. Die persönlichen Glückwünsche der alten Griechen können uns insbesondere in unserem modernen digitalen Zeitalter eine Lehre sein: In Zeiten von sozialen Netzwerken wie Facebook wissen wir oft gar nicht mehr, wann jemand Geburtstag hat. Lediglich die Benachrichtigung auf dem Bildschirm macht heutzutage noch auf einen Geburtstag aufmerksam. Mehr als ein paar nett gemeinte Floskeln als Kommentar resultieren daraus dann auch nicht. Wer mit alten Mitschülern und Freunden Kontakt behalten möchte, sollte sie vielleicht gleich persönlich anrufen oder sie besuchen. Auch der Gastgeber einer Geburtstagsfeier kann weit mehr tun, als die Einladung per Rundmail zu verschicken. Wie wäre es denn mit einer besonders schönen und individuellen Geburtstagseinladungskarte für Bekannte, Freunde und Familie?

Geschenke, die von Herzen kommen

Geschenke waren auch bei den alten Griechen üblich. Angeblich haben die Griechen den Brauch des Schenkens am Geburtstag aus dem alten Ägypten übernommen. Insbesondere bemalte Vasen sollen eines der ersten typisch altgriechischen Geburtstagsgeschenke gewesen sein. Mit Motiven über Geburt, Pflege und Erziehung, Bilder der Götter und Helden wurde der Tag der Geburt geehrt. Auch Keramiken mit Bildern von Kampfspielen wurden als Glückwunsch für vollbrachte Taten geschenkt. Hier können wir wieder von den Griechen lernen: Anstatt viel teure Dinge und eigentlich unnütze Dinge zu verschenken, bietet sich etwas Hübsches und Selbstgebasteltes an. Selbstgemachte Geschenke sind nicht nur viel persönlicher, sondern kommen vor allem von Herzen. Auch als Gastgeber lässt sich einiges selbst machen: Beispielsweise freuen sich Gäste, wenn sie mit schönem selbstgebastelten Tischdekor begrüßt werden.

Liebe Gedanken als Präsent

geburtstagsfeier-papyrusrolleAuch Geburtstagsgedichte waren bei den alten Griechen üblich, wobei dieser Brauch wahrscheinlich von den Römern ausging zu den Zeiten, als diese Griechenland besetzten. Häufig dienten die Gedichte dazu, ein persönliches Geschenk zu begleiten und waren als kleine, nett gemeinte Zweizeiler verfasst. Ein selbstgeschriebenes Gedicht ist natürlich auch in heutiger Zeit ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk. Ein kurzer Text mit lustigen Gags oder Anekdoten aus dem Leben des Geburtstagskindes bereichert jede Geburtstagsrunde ungemein. Ein eigenes Geburtstagsgedicht vorzutragen, sorgt nicht nur beim Beschenkten, sondern auch bei der gesamten Belegschaft für gute Laune. Auch als Gastgeber darf man ruhig mal seine poetische Ader zeigen und vielleicht sein Gedicht für die Gäste zum Besten geben. Mit dem Text kann sich ein Geburtstagskind beispielsweise für die langjährige Freundschaft bedanken. Ein selbstgeschriebener Zweizeiler macht sich natürlich auch auf einer hübschen Einladungskarte gut.

Geburtstagsrede für die Gäste

Etwas ungewöhnlicher war die Sitte der Geburtstagsrede. Die Reden wurden typischerweise vornehmlich nach den Gebeten und vor der Darbringung der Geschenke gehalten. Hier hatte der Verfasser so einige Dinge im Text hervorzuheben: Ist es Neumond? Welcher Gott steht mit dem Tag in Verbindung? An welche Jahreszeit und welches Gottesfest soll die Rede anknüpfen? Welche körperlichen und geistigen Eigenschaften des Geburtstagskindes lassen sich mit mythischen Parallelen in Verbindung bringen? Welche besonderen Taten und Stoff zum Lobe hatte das Geburtstagskind vollbracht? Erst dann folgten Glückwünsche und Gebete für ein langes Leben. Ganz so kompliziert muss es bei heutigen Geburtstagsreden natürlich nicht sein. Aber auch als Gastgeber kann man sich einen besonderen Vortrag überlegen und den Gästen zur Unterhaltung darbieten. Wie wäre es beispielsweise mit einer witzigen Anekdote einer gemeinsamen Situation mit jedem Partygast?

Am Geburtstag das Leben feiern

Aus alten Gedichten konnte man rekonstruieren, dass auch Musik und Tanz auf der Geburtstagsfeier üblich gewesen ist. Sogar Aufführungen mit Musik, Gesang oder Tanz wurden überliefert. Im Mittelpunkt der Feier stand neben den Göttern schlichtweg die Freude am Leben. Genau das können wir auch in unsere heutigen Feiern mit einbringen. Anstatt gelangweilt zu Hause zu sitzen und lediglich Geschenke entgegen zu nehmen, lässt sich viel mehr aus einer Geburtstagsfeier machen: Genießen Sie gemeinsam mit Ihren Gästen die Feier. Am Tag des Geburtstages feiern wir schließlich das Leben. Das gemeinsame und herzliche Zusammensein mit Freunde und Familie ist das, was an diese Tag zählt. Warum also die eigene Geburtstagsfeier nicht mit Musik, Tanz und vielen Freuden im Hinterkopf planen?

Den Geburtstagsschmaus selber kochen

geburtstagsfeier-griechenland_Große Geburtstagsessen waren im alten Griechenland lange Zeit unbekannt. Gemeinsame Speisen am Geburtstag haben sich im Laufe der Zeit zu mit großem mit Aufwand betriebenen Festessen entwickelt. Hier war der Gastgeber gefragt und hatte seine Gäste reich mit Getränken und Speisen zu bewirten. Ob es auf der eigenen Geburtstagsfeier zu den später oftmals überlieferten wilden Trinkgelagen kommen muss, ist jedem selbst überlassen. Vielmehr sollte der Gastgeber die Chance nutzen und seine Liebsten mit einem selbstgekochten Festessen empfangen. Passend zu diesem Artikel vielleicht auch einmal nach griechischer Art: Die Küche aus dem Mittelmeerraum mit Oliven, Fetakäse und guten Wein ist im Moment ja sowieso bei uns angesagt.

Ideen für die eigene Geburtstagsfeier:

Wie Sie sehen können, war der Geburtstag schon im alten Griechenland ein besonderer und vor allem sehr vielfältiger Brauch. So zeigen uns die Griechen insbesondere das, was bei einer Geburtstagsfeier wirklich zählt: Gemeinsam mit den liebsten Menschen das Leben feiern und sich ehrlich und persönlich gegenüberzutreten. Wenn Sie einmal wirklich nicht wissen, was Sie an Ihrem nächsten Geburtstag veranstalten sollten, denken sie doch einmal an diesen Grundsatz. Ihnen fällt bestimmt etwas ein!