Fettnäpfchen und No-Go-Geschenke

Gehören Sie auch zu den Menschen, für die Anlässe wie Weihnachten, der Geburtstag des Partners oder der Hochzeitstag jedes Jahr immer überraschend kommen? Dann kennen Sie sicher den Druck, auf den letzten Drücker noch ein passendes Geschenk finden zu müssen. Manchen gelingt das völlig problemlos, anderen überhaupt nicht. Oft werden sogenannte Verlegenheitsgeschenke gekauft, um nicht mit leeren Händen dazustehen. Doch was sind eigentlich die unbeliebtesten Geschenke? Und wie wird man diese am geschicktesten wieder los, um den Schenkenden nicht vor den Kopf zu stoßen? Wir verraten es Ihnen:

Geschenke sollen Freude bereiten. Was aber, wenn die Geschenkauswahl überhaupt nicht gut beim Beschenkten ankommt? (Foto: © Syda Productions / Dollar Photo Club)

Geschenke sollen Freude bereiten. Was aber, wenn die Geschenkauswahl überhaupt nicht gut beim Beschenkten ankommt? (Foto: © Syda Productions / Dollar Photo Club)

Der materielle Wert eines Geschenks ist nicht entscheidend

Geschenke bekommen wir alle gern. Dabei kommt es meist nicht auf den materiellen Wert eines Geschenks an, sondern darauf, dass der Schenkende sich Gedanken gemacht hat und seine Gabe von Herzen kommt. Doch gilt bei Geschenken leider, dass gut gemeint nicht immer auch gut gemacht ist. Ein paar Geschenke gibt es, über die sich nur wenige Leute wirklich freuen können. Trotzdem gehören einige von ihnen zu den Dauerbrennern auf dem Gabentisch.

Für Frauen: Bügeleisen, Küchenmaschine und Co.

Was dem Mann die Socken, sind der Frau Standmixer und Schnellkochtopf. Das Bügeleisen schwingt Ihre Frau mehrmals wöchentlich, warum also nicht ein tolles neues Modell schenken? Bügeleisen, Pfannenset oder Küchenmaschine kommen bei den meisten nicht so gut an. Natürlich erledigen manche Frauen die Aufgaben im Haushalt gerne oder kochen beispielsweise mit großer Hingabe und Leidenschaft. Trotzdem wollen sie nicht auf diese Rolle reduziert werden. Hausarbeit ist für die meisten eine Notwendigkeit, keine Freude. Neue Geräte sind also Alltagsgegenstände, die nichts auf dem Geschenketisch zu suchen haben, sondern eh besorgt werden müssen, wenn sie benötigt werden. Hinzu kommt, dass viele Frauen in einer solchen Gabe den versteckten Hinweis vermuten, dass ihre Männer mit ihrer Arbeit im Haushalt unzufrieden sind.

Socken als Geschenk kommen bei den meisten Männern nicht gut an. (Foto: © Liaurinko / Dollar Photo Club)

Socken als Geschenk kommen bei den meisten Männern nicht gut an. (Foto: © Liaurinko / Dollar Photo Club)

Für Männer: Socken, Unterwäsche, Krawatten

Vor allem bei Männern landen häufig Socken, Unterhosen oder ein neues Hemd in der Geschenketüte. Doch mal ehrlich: Wer freut sich denn über ein paar neue Socken? Über 60 Prozent der Männerwelt jedenfalls nicht. Für sie sind Socken das absolute No-Go-Geschenk. Klar, eine teure Boxershorts vom Lieblingslabel kann eine Frau ihrem Liebsten schon mal schenken, aber bei Feinripp oder langen Unterhosen hört die Begeisterung meist auf. Auch die Luxus-Buxe sollte nicht das Hauptgeschenk darstellen, sondern allenfalls als Dreingabe geschenkt werden. Zudem sollten Sie sich beim Schenken von Krawatten oder Hemden zurückhalten. Trägt Mann so etwas regelmäßig, hat er meist konkrete optische Vorstellung. Sind Sie nicht absolut sicher, seinen Geschmack zu treffen, lassen Sie es lieber bleiben.

Für Frauen: Fitnessgutscheine und –bücher

Klar jammert manch eine Frau über ihre Figur und dass sie ja unbedingt mehr Sport machen müsste. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sie sich über einen Gutschein fürs Fitnessstudio freut. Denn diese subtile Zustimmung des Schenkenden, was den körperlichen Zustand der Beschenkten angeht, ist schlicht unerwünscht.

Für Männer: Bohrmaschine und Akkuschrauber

Dass ein Geschenk als dezenter Hinweis an die persönliche Unzulänglichkeit verstanden wird, ist im Übrigen kein alleiniges Frauenproblem. Auch Männer fühlen sich in ihrer Ehre gekränkt, wenn sie zu ihrem Geburtstag oder an Weihnachten einen neuen Akkuschrauber überreicht bekommen. Für viele Männer heißt das: „Schatz, du könntest ruhig mal etwas mehr anpacken, endlich mal die kaputte Schranktür reparieren und die neue Lampe im Badezimmer anbringen“.

Zu groß, zu klein, zu billig: Bei geschenkten Dessous können Sie eigentlich nur verlieren. (Foto: © L_amica / Dollar Photo Club)

Zu groß, zu klein, zu billig: Bei geschenkten Dessous können Sie eigentlich nur verlieren. (Foto: © L_amica / Dollar Photo Club)

Für Frauen: Dessous

Wie gerne schauen sich Männer ihre Frauen in schönen Dessous an. Ein knapper BH, ein Hauch von Nichts als Slip und dazu am besten halterlose Strümpfe. Leider klaffen die Vorstellungen von schönen Dessous weit auseinander, wenn man Männer und Frauen zu diesem Thema befragt. Ganz zu schweigen von der Frage nach der richtigen Größe. Denn selbst wenn Ihre Herzensdame mit ihrer Auswahl optisch zufrieden ist, schwindet die Freude ganz schnell, wenn der Slip zwei Nummern zu klein ist und der BH erst nach einer umfassenden Brustvergrößerung passen könnte. Große Dramen sind hier in jedem Fall vorprogrammiert.

Für Männer: Plüschtiere und Kuschelkissen

Sie nennen Ihren Freund seit Jahren nur noch „Hasi“? Ihr Liebster ist ihr „Kuschelbär“? Kosenamen sind in Beziehungen sehr beliebt. Bei der Bezeichnung sollte es dann aber auch bleiben. Denn auch wenn viele Frauen ein Faible für niedliche Kuscheltiere haben, kommen diese bei Männern meist nicht so gut an. Ein Plüschbär, der „genauso flauschig ist wie du“ oder ein Kuschelkissen finden viele Männer überflüssig bis peinlich.

Für Frauen: Geschenke, die von Mama ausgesucht wurden

Vor allem Männern sagt man ja nach, dass sie eher einfallslos sind, wenn es um Geschenke geht. Gerne holen sie sich daher Rat und Inspiration bei ihren nahestehenden weiblichen Wesen, wenn es um Geschenke für die Angebetete geht. Gerne wird hier die eigene Mutter zu Rate gezogen. Ist das Verhältnis zueinander gut, kann das von Mama ausgesuchte Geschenk natürlich große Freude bereiten. Gibt es jedoch Spannungen zwischen der Liebsten und ihrer Schwiegermutter, wird selbst das schönste Geschenk schnell zum Streitapfel. Was gar nicht geht: Intime Geschenke wie Unterwäsche, die von seiner Mutter gekauft wurden.

Geschenke, die eigentlich für einen selbst sind

Eintrittskarten für ein Konzert, ein Sportereignis oder eine andere Veranstaltung können dem Beschenkten große Freude bereiten. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass es ein Event ist, das
seinem Geschmack entspricht. Sie wollen gern das Pokalfinale live im Olympiastadion besuchen? Schön, machen Sie das. Aber lassen Sie Ihre Frau Zuhause, wenn diese nicht ebenfalls Interesse an diesem Sport hat. Das gleiche gilt übrigens auch für Frauen, die so gern Ihren Liebsten in die Welt des klassischen Balletts einführen wollen – über Karten zu Ereignissen, die den Partner nicht die Bohne interessieren, freut er sich auch nicht. Gleiches gilt natürlich auch für die beste Freundin oder einen guten Kumpel.

Ein No-Go-Geschenk für alle Anlässe: Haustiere

Ein kleiner flauschiger Welpe lässt Herzen höher schlagen. Sowieso erobern Tierkinder schnell die Herzen fast aller Menschen im Sturm. Doch leider bleibt Klein-Bello nicht lange klein und aus dem tapsigen Welpen wird schon bald ein stürmischer Junghund mit eigenem Willen, großem Hunger und einem mehr oder weniger ausgeprägten Zerstörungsdrang. Auch Kaninchen, Meerschweinchen und Co. sorgen anfangs natürlich immer für große Begeisterung. Kommt dann jedoch die Arbeit dazu, die solch ein Haustier macht, ist die Freude schnell vorbei. Haustiere gehören also unter keinen Umständen auf den Geburtstagstisch oder unter den Weihnachtsbaum. Natürlich spricht nichts dagegen, zum Geburtstag teure Ausstattung wie einen artgerechten Käfig zu schenken – allerdings nur, wenn die Konsequenzen der Tierhaltung bereits gründlich im Vorfeld durchdacht wurden. Denn ein Tier ist in erster Linie ein Lebewesen, dem Respekt gebührt. Dies bedeutet auch, sich ein Tierleben lang gut darum zu kümmern. Spontankäufe zum Geburtstag sind daher nie im Sinne des Tieres und sollten daher vermieden werden.

Ein No-Go auf jedem Gabentisch: Tiere sind keine Geschenke. (Foto: © Ilike / Dollar Photo Club)

Ein No-Go auf jedem Gabentisch: Tiere sind keine Geschenke. (Foto: © Ilike / Dollar Photo Club)

Künstler für zwei Wochen: Selbstgemachte Geschenke

Sie haben sich in den Kopf gesetzt, Ihrer Freundin ein selbstgemaltes Bild zum Geburtstag zu schenken und haben sich dafür schon Pinsel, Tusche und Staffelei besorgt? Das ist zwar gut gemeint, aber auch hier in den meisten Fällen nicht gut gemacht. Gelegenheitskünstler, die nur zu besonderen Anlässen ihre kreative Ader zu entdecken glauben, sind oft weniger begabt, als sie glauben.
Staubfänger an der Wand, schlecht gehäkelte Topflappen oder eine Skulptur, in denen niemand außer Ihnen etwas erkennt, sind als Geschenk also eher ungeeignet. Etwas anderes ist es natürlich, wenn Sie ohnehin sehr kreativ sind und Ihr Handwerk verstehen. Dann sind selbstgemachte Geschenke durchaus eine schöne Geste von besonderem Wert.

Wünsche berücksichtigen und hintergründig Vorlieben erfragen

Gut ist es immer, dem Geburtstagskind schon im Vorfeld auf den Zahn zu fühlen. Hat es etwas erwähnt, was es gerne hätte? Wissen Sie, dass es gerne zu einem bestimmten Konzert möchte? Besorgen Sie etwas Individuelles. Berücksichtigen Sie dabei auch konkrete Wünsche, die geäußert wurden. Klar ist es schön, sich ein aufregendes Geschenk auszudenken. Aber was nützt ein Erlebniswochenende mit Bungee-Sprung, wenn der Beschenkte viel lieber eine neue Kamera gehabt hätte?

Und was tun, wenn das Geschenk doch nicht gefällt?

Voller Vorfreude packen Sie Ihr Geschenk aus und müssen feststellen, dass es Ihnen überhaupt nicht gefällt. Die meisten Menschen geben trotzdem vor, sich zu freuen, man will ja den Schenkenden nicht vor den Kopf stoßen. Doch was tun, wenn das Geschenk eine totale Katastrophe ist? Je nachdem, was es ist und wie nahe man sich steht, gibt es hier verschiedene Möglichkeiten:

  • Umtauschen: Manchmal kalkulieren Schenkende ja durchaus ein, dass ein Geschenk nicht gefallen oder passen könnte und hebt den Bon auf. Hier ist die Lösung denkbar einfach: Geschenk umtauschen und was Schöneres aussuchen.
  • Weiterreichen: Gefällt das Geschenk so gar nicht, könnte aber anderen Menschen Freude bereiten, kann es weiterverkauft werden. Das Internet bietet dafür zahlreiche Möglichkeiten. Nach Weihnachten gibt es sogar extra Tauschbörsen für ungeliebte Geschenke.
  • Wegwerfen: Ist das Geschenk eine Zumutung für jeden guten Geschmack, hilft manchmal nur der Weg zur Mülltonne.

Hat ein nahestehender Mensch Ihnen ein völlig unpassendes Geschenk bereitet, sollten Sie es ansprechen, auch wenn es unangenehm ist. Denn wenn der Schenkende in dem Glauben bleibt, Ihnen eine Riesenfreude gemacht zu haben, kann er es beim nächsten Anlass nicht besser machen. Sind Sie sicher, dass das No-Go-Geschenk eine einmalige Ausnahme war, können Sie natürlich auch drüber hinwegsehen und es dabei belassen.