Schon seit Jahrhunderten ist es ein schöner Brauch, sich zu verschiedenen Anlässen Geschenke zu machen und Glückwunschkarten zu schicken. Ob zum Geburtstag, zum neuen Jahr oder zu Weihnachten – Karten übermitteln gute Wünsche und lassen einen wissen, dass jemand an einen denkt. Die Tradition der Glückwunschkarten ist eng mit dem Überreichen von Geschenken verbunden. Wir zeigen, wie sich der Brauch des Schenkens und der der Geburtstagskarte geschichtlich entwickelt haben.

Geschenke sind so alt wie die Menschheit

glueckwunschkarte-langSeit es Menschen gibt, beschenken sie sich gegenseitig. Dabei waren es früher vor allem reiche und mächtige Leute, die Geschenke gemacht haben. Bei den Griechen und Römern durften Gäste beispielsweise oft die kostbaren Becher behalten, aus denen während eines Gelages die Getränke gereicht wurden. Doch auch einfache Leute beschenkten sich gegenseitig zu verschiedenen Anlässen. Die Gaben fielen entsprechend geringer aus, aber es galt vor allem die Geste und weniger der Wert des Geschenks. Vor allem der Jahresbeginn war ein beliebter Anlass, sich zu beschenken.

Die ersten Glückwunschkarten waren Neujahrskarten

So war auch die erste dokumentierte Glückwunschkarte überhaupt eine Neujahrskarte, die im Jahre 1415 ihren Empfänger erreichte. Allerdings geht man davon aus, dass hierzulande auch schon im frühen 14. Jahrhundert einfache Holzschnitte als Neujahrsglückwünsche produziert wurden. Die erste konkrete Überlieferung in Deutschland stammt jedoch erst aus dem Jahr 1493. Ob es sich bei dieser Karte um eine Glückwunschkarte zum Geburtstag handelte, ist jedoch unklar.

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Aufwändig gestaltete Geburtstagskarte aus Kanada (Foto: © in pastel / flickr – CC BY 2.0)

Geburtstagskarten waren der gehobenen Gesellschaft vorbehalten

Endgültig beliebt wurden Geburtstagskarten im 18. und 19. Jahrhundert. Allerdings waren die Karten zu diesem Zeitpunkt meist noch höheren Gesellschaftsschichten vorbehalten. Sie wurden zumeist dann verschickt, wenn der Absender nicht persönlich erscheinen konnte, um seine Glückwünsche zu übermitteln. Die Konzentration auf die bessere Gesellschaft ließ sich schon allein dadurch erklären, dass die Herstellung von Glückwunschkarten mit hohen Kosten verbunden war. Einfache Leute konnten sich solche Karten also einfach nicht leisten. Deutlich wird dies an einem Beispiel einer Weihnachtskarte aus dem Jahr 1843:

So entstanden Karten

Der Brite Henry Cole wollte gern eine Weihnachtskarte produzieren lassen. Um diese zu gestalten, wurde der Künstler John Callcott Horsley beauftragt, der ein handkoloriertes Motiv erstellte. Die Karte trug den Text “A Merry Christmas and a Happy New Year to You”. Produziert wurde sie in einer Auflage von 1000 Stück. Natürlich hat Henry Cole keine tausend Karten für seine Freunde und Verwandten benötigt. Alle Karten, die er selbst nicht verwenden konnte, wurden zu einem Preis von einem Schilling pro Stück verkauft, was für damalige Verhältnisse ein sehr hoher Preis war.

Veraltete Verfahren der Kartenherstellung

Die Verfahren, die früher zur Herstellung von Geburtstagskarten eingesetzt wurden, waren selbstverständlich noch wesentlich weniger ausgereift. An eine Massenproduktion war nicht zu denken. Die gängigsten Verfahren waren:

  • Kupferstiche:
    Das Motiv wird in eine Kupferplatte „hineingekratzt“, es handelt sich um ein Tiefdruckverfahren. Die dabei entstehenden Linien nehmen später Farbe auf. Mit Hilfe einer Walzenpresse wurde das so entstandene Bild auf Papier gedruckt. Der Aufwand für die Erstellung einer solchen Vorlage war relativ hoch, dafür waren mehrere Abzüge möglich. Aus einer sehr guten Vorlage konnten ungefähr 500 bis 600 Abzüge gemacht werden, allerdings ließ die Qualität stetig nach, bis die Linien zuletzt nicht mehr tief genug waren, um das Motiv noch detailgetreu abbilden zu können.
  • Lithographien:
    Mit diesem Flachdruck-Verfahren ließen sich Motive in großer Auflage herstellen. Die auch als Steindruckverfahren bekannte Methode arbeitet mit dem Gegensatz von Fett und Wasser. Angefeuchtete Bereiche des Druckmotivs stoßen die fetthaltige Farbe ab, andere Bereiche nehmen sie auf. So kann mit Hilfe eines Pressverfahrens das Motiv auf Papier gebracht werden. Da der Aufwand hoch ist, ist die Lithographie heute nicht mehr wirtschaftlich.
  • Chromolithographie:
    Als Weiterführung der Lithographie waren mit diesem Verfahren auch Farbdrucke möglich. 1837 wurde das Verfahren patentiert und war bis in die 1930er Jahre das wichtigste Verfahren für die Herstellung von farbigen Illustrationen. Auch dieses Verfahren war sehr aufwändig und dadurch auch verhältnismäßig teuer.
    Holzschnitte: Beim Holzschnitt handelt es sich um ein Hochdruckverfahren. Das Motiv wird aus einem Holzbrett herausgeschnitten, wobei die zu druckenden Flächen stehen bleiben. Das Motiv ist also erhaben, ähnlich wie bei einem Stempel. Auch wenn das gleichmäßige Drucken einige Übung erforderte, war der Holzschnitt ein preiswertes Verfahren, das auch für Geburtstagskarten zum Einsatz kam.

Individuelle Karten für Glückwünsche und Einladungen

Heute werden fotografische Drucktechniken verwendet, die große Auflagen ausgewählter Motive zulassen. Gleichzeitig erlauben moderne Druckverfahren jedoch auch kleine Auflagen. So ist es möglich, Einladungen zum Geburtstag, Weihnachtskarten oder andere Karten nach individuellen Wünschen in kleiner Stückzahl drucken zu lassen. Die Vielfalt der Möglichkeiten ist dabei nahezu unbegrenzt. Es kann entweder ein komplett eigenes Design erstellt und gedruckt werden. So sind die Karten absolut individuell. Eine andere Möglichkeit ist es, Vorlagen zu benutzen, die individualisiert werden können. Bestehende Designs werden um eine persönliche Note, ein Zitat oder ein Bild ergänzt und ergeben so eine schöne und einzigartige Einladung zum Geburtstag oder einen Glückwunsch zu einem anderen Anlass. Dies geht über das Internet sehr schnell und ist denkbar unkompliziert, sodass jeder heute die Möglichkeit hat, schöne und persönliche Karten zu jedem Anlass bekommen.

Bei uns können Geburtstagskarten und Einladungen schnell und einfach individuell gestaltet und gedruckt werden. (Foto: © www.geburtstagseinladung-paradies.de)

Bei uns können Geburtstagskarten und Einladungen schnell und einfach individuell gestaltet und gedruckt werden. (Foto: © www.geburtstagseinladung-paradies.de)

Fertige Karten lassen keine Wünsche offen

Darüber hinaus gibt es im Handel unendlich viele fertige Geburtstagskarten, die nur noch mit einem individuellen Gruß versehen werden müssen. Sie sind mal klassisch, mal frech, manche gehen auf einen bestimmten Geburtstag ein, andere sind altersunabhängige Glückwünsche. Manche verfügen über integrierte Fächer für Geldgeschenke, sie spielen ein Lied, wenn man sie öffnet oder es entfaltet sich eine dreidimensionale Torte. Es gibt Karten für Kinder, klassische Karten für Bekannte, humorvolle Karten für Freunde oder seriöse für Kollegen – für jeden die passende Grundlage für die guten Wünsche.

Formate von Geburtstagskarten

Die gängigsten Karten sind entweder Postkarten oder Klappkarten. Bei Klappkarten ist nahezu jedes Format möglich, von der Mini-Karte bis zum riesigen Geburtstagsgruß. Etabliert haben sich jedoch Formate, die als Standard-Briefe verschickt werden können. Früher war es üblich, Postkarten als Geburtstagskarte zu verschicken. Diese offene Form geriet jedoch aus der Mode, als die Glückwünsche immer persönlicher wurden. Fortan bevorzugten die meisten Menschen Klappkarten in geschlossenen Kuverts, bei denen nur der Beschenkte den Inhalt der Karte lesen konnte. Hinzu kam, dass mit dem gestiegenen Wohlstand der 60er Jahre auch die Qualität der Geburtstagskarte immer mehr zunahm. Zum guten Stil gehörte es demnach, eine Karte im Kuvert zu verschicken, um damit seine Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen.

Geburtstagskarten persönlich übergeben oder verschicken?

Ob die Karte geschickt oder persönlich übergeben werden soll, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ist die geografische Distanz zu groß für eine persönliche Übergabe, ist der Postversand die einzige Möglichkeit, die Karte zu übermitteln. Wird als Geburtstagsgeschenk ein Gutschein oder ein Geldgeschenk überreicht, kann man dies einfach in eine Geburtstagskarte schreiben und seinem Geschenk so einen hübschen Rahmen geben. Auch als Beigabe zu einem Geschenk sind Glückwunschkarten beliebt.

Geburtstagskarten – beliebt wie eh und je

Obwohl der Stellenwert von Briefen immer mehr abnimmt, weil die Leute zunehmend E-Mails verschicken, ist die Geburtstagskarte nach wie vor beliebt. So wurden im Jahr 2010 insgesamt knapp 640 Millionen Glückwunschkarten verschickt. Dies entspricht 8,3 Karten, die jeder Deutsche pro Jahr verschickt. Die kurze Zeit populären E-Cards, die individuelle Glückwünsche per Mail versendet haben, konnten sich nicht durchsetzen. Zu oft waren sie fehlerhaft und übertrugen Viren auf den Computer des Empfängers, sodass die meisten Menschen auch heute noch lieber zum Stift greifen und ihre Glückwünsche klassisch in eine Geburtstagskarte schreiben. Und ist der persönliche Gruß nicht doch der schönste? Geburtstagseinladungs-Paradies wünscht viel Spaß beim Verschenken!