Der Geburtstag ist ein Fest, das nahezu überall auf der Welt gefeiert wird. Doch nicht überall auf der Welt wird der Geburtstag auf die gleiche Art und Weise begangen. Die Geburtstagsbräuche unterscheiden sich, ebenso wie die Geburtstagswünsche. Wir haben uns auf eine kleine Weltreise begeben, um verschiedene Geburtstagsgrüße und -bräuche zu sammeln.

 

Feliz Cumpleaños sagt man in Spanien und Lateinamerika
Aus Lateinamerika stammt ein Brauch, der ein wenig an das hiesige Topfschlagen erinnert. Doch statt auf einen Topf schlägt man in Mexiko und anderen Ländern Lateinamerikas auf eine Figur aus Pappmaché ein, eine sogenannte Piñata. Hierbei werden den Kindern die Augen verbunden. Die Piñata wird so aufgehängt, dass sie nur mit einem Stock erreicht werden kann. Gefüllt ist die Piñata mit Süßigkeiten oder aber traditionell mit Obst. Ziel des Spieles ist es, die Piñata so lange zu bearbeiten, bis der Inhalt herausfällt. Dazu schlagen alle Kinder abwechselnd auf die Piñata ein. Auf Kindergeburtstagen sind Piñatas farbenfroh und in diversen Formen vertreten. Neben Tieren kommen auch Helden aus Comics zum Einsatz.

Die bunten Piñatas dürfen in Lateinamerika auf keinem Kindergeburtstag fehlen. (Foto: © eSchmidt / Dollar Photo Club)

Die bunten Piñatas dürfen in Lateinamerika auf keinem Kindergeburtstag fehlen. (Foto: © eSchmidt / Dollar Photo Club)

Unser Geburtstags-Tipp: Topfschlagen war gestern – so basteln Sie eine Piñata

Das wird benötigt:

  • Ein möglichst großer und runder Luftballon
  • Zeitungspapier
  • Teppichkleister zum Anrühren oder Mehl
  • Wasser
  • Material zum Dekorieren wie Krepppapier, Federn oder Glitzerpuder
  • Eventuell farbige Pappe, bunte Stifte und Kleber
  • Eine stabile Schnur
  1. Zunächst muss der Kleister angerührt werden. Verwenden Sie fertigen Kleister, rühren Sie diesen mit Wasser an, bis er eine zähflüssige Konsistenz hat. Alternativ können Sie je zwei Tassen Mehl und Wasser miteinander verrühren
  2. Zerreißen Sie die Zeitung in kleine Stücke
  3. Blasen Sie den Ballon auf und stellen Sie ihn mit dem Knoten nach unten in einen Becher – in dieser Position kann er später gut trocknen
  4. Benetzen Sie den Ballon rundum mit Kleister. Anschließend können Sie die erste Lage Zeitungsschnipsel auftragen. Kleben Sie diese leicht überlappend auf, sodass der komplette Ballon (abgesehen von dem Ende mit dem Knoten) bedeckt ist. Tragen Sie anschließend noch mindestens eine weitere Lage Zeitung auf, die Sie zuvor mit Kleister versehen haben.
  5. Anschließend muss der Ballon gut trocknen
  6. Ist der Ballon vollständig getrocknet, können Sie ihn dekorieren. Schneiden Sie fransige Streifen aus Krepp aus und kleben diese rundherum um Ihre Piñata. Auf Wunsch können Sie mit der farbigen Pappe ein Gesicht aufbringen. Kreppgirlanden können als Arme und Beine angeklebt werden
  7. Ist Ihre Piñata fertig dekoriert, zerstechen Sie den Ballon im Inneren und ziehen ihn heraus. Testen Sie, ob Sie durch das entstandene Loch die Süßigkeiten in die Piñata füllen können. Wenn nicht, vergrößern Sie das Loch ein wenig.
  8. Machen Sie rechts und links der Öffnung zwei Löcher, durch das Sie die Schnur ziehen. Mit dieser Schnur können Sie die Piñata aufhängen.
  9. Füllen Sie zum Schluss die Süßigkeiten in die Piñata. Verwenden Sie dabei keine offenen Süßigkeiten, sondern kleine Tütchen oder einzeln verpackte Bonbons. Da die Süßigkeiten auf den Boden fallen, ist dies hygienischer.

Zum Bearbeiten der Piñata während des Spiels eignet sich zum Beispiel ein gekürzter Besenstiel.

 

Zhu ni sheng ri kuai le sagt man in China
Auch in anderen Kulturen gibt es traditionelle Geburtstagsgerichte. In China wird am Geburtstag älterer Menschen „Yi Mein“ gereicht. Diese langen Nudeln sollen ein langes Leben symbolisieren. Zu den chinesischen Sitten gehört es auch, dass die Eltern am ersten Geburtstag ihres Kindes verschiedene Gegenstände wie Münzen, Blumen oder Bücher aufstellen. Das Kleinkind darf sich davon etwas aussuchen. Die Auswahl wird von den Chinesen als zukunftsweisend betrachtet, soll sie doch die späteren Interessen des Kindes widerspiegeln. Entscheidet sich das Kind beispielsweise für die Münzen, wird es später eine gute Arbeit bekommen und keine finanzielle Not haben.
Happy Birthday sagt man in Großbritannien, USA, Kanada, Australien, Neuseeland
Den Geburtstagsgruß „Happy Birthday“ kennen wir alle. Doch kennen Sie auch die Geburtstagsbräuche, die in Großbritannien, den USA oder Kanada üblich sind? Die Briten backen in den Geburtstagskuchen ein Geld- oder Schmuckstück ein. Dem Finder soll es Wohlstand und Glück für das kommende Jahr bescheren. In den USA bekommt nicht nur das Geburtstagskind Geschenke. Kleine Gastgeschenke für die Geburtstagsgäste sind ebenfalls an der Tagesordnung. Mit Kleinkindern werden sogenannte Cake-Smash-Partys veranstaltet. Hierbei wird das Kleinkind vor eine schöne Geburtstagstorte gesetzt, die es nach Herzenslust zermatschen darf. Das Ganze wird oft fotografisch festgehalten.

Cake-Smash-Partys sind auch hierzulande beliebt. (Foto: © rimmdream / Dollar Photo Club

Cake-Smash-Partys sind auch hierzulande beliebt. (Foto: © rimmdream / Dollar Photo Club

Unser Geburtstags-Tipp: So veranstalten Sie eine Cake-Smash-Party

Sie benötigen:

  • Ein Kleinkind
  • Eine cremige Torte mit hohem Sahneanteil
  • Einen waschbaren Unter- und Hintergrund
  • Ein Outfit, das schmutzig werden darf
  • Für schöne Fotos einen neutralen Hintergrund und eventuell Deko wie Luftballons oder Girlanden und natürlich einen Fotografen oder eine entsprechende Kamera

Die Durchführung des Cake-Smash-Events ist eigentlich selbsterklärend. Setzen Sie Ihrem Kind seine Torte vor die Nase und warten Sie ab, was passiert. Möchte es mit der einladend bunten Torte nicht so recht in Kontakt treten, animieren Sie Ihr Kind ruhig ein wenig. An diesem Tag darf es nach Herzenslust im Essen herummatschen. Bremsen Sie es also nicht, wenn es dabei vollen Körpereinsatz zeigt. Natürlich ist es schade um die gute Torte und eigentlich sollte man Sie nicht verkommen lassen. Baden Sie Ihr Kind am besten vorher (und natürlich danach) und sorgen Sie für einen sauberen Untergrund. So können die Reste der Torte anschließend noch verzehrt werden.

 

Parabens e muitas felicidades sagt man in Brasilien, Boldog születésnapot in Ungarn
Die Geburtstagsbräuche in Brasilien und Ungarn haben mit den Ohren des Geburtstagskindes zu tun. Denn zum Geburtstag wird dem Geburtstagskind am Ohrläppchen gezogen – so oft, wie es alt geworden ist. Passend zur Sitte des Ohrenziehens gibt es ein ungarisches Lied, das darauf Bezug nimmt. Es bedeutet sinngemäß: „Gott möge dich schützen, bis dir die Ohrläppchen bis zu den Knöcheln reichen“.

 

Tillykke med fødselsdagen sagt man in Dänemark
Die Dänen machen aus ihrem Geburtstag kein Geheimnis. Ist der große Tag gekommen, wird das Haus mit einer Nationalflagge geschmückt. Hat ein Kind Geburtstag, werden nachts die Geschenke um sein Bett herum drapiert. So kann es sich gleich morgens beim Aufwachen am Anblick seiner Geschenke erfreuen.

 

Veels geluk met jou verjaarsdag sagt man in Südafrika
Am 21. Geburtstag bekommen Südafrikaner von ihren Eltern einen Schlüssel geschenkt. Dieses soll die Verantwortung des Geburtstagskindes für seine Zukunft symbolisieren. Mit dem Schlüssel sollen die Geburtstagskinder sinnbildlich die Tür zu ihrer Zukunft aufschließen. Der Schlüssel hat dabei nur Symbolcharakter und kann auch aus Alufolie oder Papier gefertigt sein.

Den symbolischen Schlüssel zu ihrer Zukunft bekommen Südafrikaner am 21. Geburtstag in die Hände gelegt. (Foto: © Voyagerix / Dollar Photo Club)

Den symbolischen Schlüssel zu ihrer Zukunft bekommen Südafrikaner am 21. Geburtstag in die Hände gelegt. (Foto: © Voyagerix / Dollar Photo Club)

 

Alles Gute zum Geburtstag sagt man in Deutschland und Österreich
Auch hierzulande gibt es in einigen Regionen besondere Geburtstagsbräuche. Dazu gehört zum Beispiel das Rathaustreppe-Fegen. Hat ein Mann bis zu seinem 30. Geburtstag noch keine Frau gefunden, muss er die Rathaus- oder Domtreppe fegen. Begleitet wird er von seinen Freunden, die die Treppe reichlich mit Kronkorken vorbereiten, damit es genug zu fegen gibt. Verbreitet ist dieser Brauch vor allem in Norddeutschland, gefegt wird beispielsweise die Domtreppe in Bremen oder die Rathaustreppe in Osnabrück. Analog dazu müssen unverheiratete Frauen an ihrem 30. Geburtstag Klinken putzen. Auch diese werden natürlich vorher von ihren Freunden entsprechend präpariert.

Unser Geburtstags-Tipp: So veranstalten Sie Klinken putzen oder Domtreppe Fegen selbst

In Ihrem Freundeskreis steht demnächst ein 30. Geburtstag an und das Geburtstagskind ist noch unverheiratet? Dann haben wir hier für Sie passenden Tipps:
Als Austragungsort eignet sich jedes öffentliche Gebäude, wo sich Freunde und Schaulustige einfinden können. Gibt es weder Dom noch Rathaus, kommen auch Schulen oder die Freiwillige Feuerwehr in Frage. Fragen Sie vorher nach, ob die Durchführung des Geburtstagsbrauchs an diesem Ort erlaubt ist, um Ärger zu umgehen. Als Vorbereitung muss die auserwählte Treppe mit Sand, Kronkorken oder Sägespänen verschmutzt werden. Um den Spaß aller Zuschauer zu erhöhen, kann der Besen präpariert werden. Es kann beispielsweise ein Stück Besenstiel durch ein Schlauchstück ersetzt werden. Eine andere Möglichkeit ist es, am Besen die meisten Borsten zu entfernen. Durch korrekte Antworten auf gestellte Fragen kann sich das Geburtstagskind bessere Reinigungsutensilien erarbeiten. Gefegt werden muss solange, bis eine Jungfrau sich erbarmt und den Fegenden
freiküsst. In großzügigen Auslegungen kann die Jungfrau auch eine junge weibliche Verwandte sein. Um das Vergnügen in die Länge zu ziehen, können die zusammengefegten Haufen immer wieder aufgewirbelt werden. Frauen müssen Klinken putzen. Die Prozedur ist ähnlich, jedoch müssen eben Türklinken von verschiedenen Verschmutzungen gereinigt werden. Beliebt sind dabei cremige Zutaten wie Mayo, Senf oder Honig. Auch hier muss solange geputzt werden, bis eine männliche Jungfrau die Dame freiküsst. Selbstverständlich sollten Sie das Gebäude so wieder verlassen, wie Sie es vorgefunden haben. Ist also das Geburtstagskind schon erlöst, bevor Treppe und Klinken sauber sind, muss jemand anders die Reinigung übernehmen.

 

Hartelijk gefeliciteerd sagt man in den Niederlanden
Groß gefeiert werden die sogenannten „Crown-Years“. Diese sind 5, 10, 15, 20 und 21 – an diesen Geburtstagen erwartet das Geburtstagskind ein besonders großes Fest mit teuren Geschenken. Auch der Platz des Gefeierten wird mit Blumen oder Girlanden festlich geschmückt.

 

Gratulerer med dagen sagt man in Norwegen
Ähnlich wie in Dänemark wird auch hier durch eine Nationalflagge angezeigt, dass im Haus jemand Geburtstag feiert. Das Geburtstagskind tanzt traditionell an seinem Ehrentag vor der Schulklasse, während die Klassenkameraden dazu singen.

Muss ein Kind in Norwegen an seinem Geburtstag vor seiner ganzen Klasse tanzen, darf es einen Freund oder eine Freundin um Unterstützung bitten. (Foto: © Petro Feketa / Dollar Photo Club)

Muss ein Kind in Norwegen an seinem Geburtstag vor seiner ganzen Klasse tanzen, darf es einen Freund oder eine Freundin um Unterstützung bitten. (Foto: © Petro Feketa / Dollar Photo Club)

 

 

Yom Huledet Same’ach sagt man in Israel
Die wichtigsten Geburtstage für jüdische Kinder sind der 13. Geburtstag bei Jungs und der 12. Geburtstag bei Mädchen. An diesen Tagen finden die Geburtstagsbräuche Bar Mitzwa für Jungen und Bat Mitzwa für Mädchen statt. Beide Feiern symbolisieren den Eintritt in die religiöse
Gemeinschaft der Juden. Eigentlich bezeichnen sie keinen Geburtstagsbrauch, weil beide Initiationsfeste auch zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden können.

 

Chúc mừng sinh nhật sagt man in Vietnam
In Vietnam sind die Sitten und Bräuche etwas anders, als wir sie kennen. So spielt der tatsächliche Geburtstag einer Person keine große Rolle. Alle Geburtstage werden an „Tet“, dem Neujahrstag gefeiert. Oft wissen Vietnamesen nicht einmal den genauen Tag ihrer Geburt. Ein Baby wird am Neujahrstag ein Jahr alt, unabhängig davon, ob es zu diesem Zeitpunkt zwölf oder zwei Monate alt ist. Am Morgen von Tet erhalten Kinder von ihren Eltern und anderen engen Verwandten und Freunden rote Umschläge, die sogenanntes Glücks-Geld enthalten.